InKuD: Institut Kind und Demokratie

Leitung: Dr. Christian Bahls

Über das Institut

Das Institut Kind und Demokratie – InKuD – widmet sich der Rolle des Kindes in einer auf demokratischen Grundprinzipien basierenden pluralistischen Gesellschaft.

Die Arbeit des Instituts geht von der Grundeinsicht aus, dass die Entfaltung demokratischer Freiheitsrechte und demokratische Teilhabe eines Menschen nicht erst mit dem Erreichen des Wahlalters eintreten kann.

Demokratie beginnt in frühester Kindheit mit der Vermittlung von Respekt vor den eigenen Bedürfnissen und denen anderer. Die Entwicklung einer eigenständigen Persönlichkeit muss durch soziale Einbettung in Strukturen wie Familie oder ähnlichen Beziehungen so erfolgen, dass grundsätzlich bedingungslose Wertschätzung erfahren wird.

Das Lernen eines demokratischen Gemeinwesens wird für Kinder durch die Erfahrung liebender und Vertrauen schaffender Beziehungen erleichtert. Demokratie lernen bedeutet also für eine Gesellschaft, diese Bindungen und Erfahrungen Kindern zu ermöglichen. Die konkrete Realisierung solcher Erfahrungen sind stark beeinflusst von gesellschaftlichen Wandlungen, die sich in den letzten Jahrzehnten äußerst unterschiedlich zeigten, z.B. in autoritären, antiautoritären und um einen Ausgleich zwischen diesen Polen bemühten Versuchen.

Demokratie lernen bedeutet für jedes Kind also immer auch die Prägung dessen, was Erwachsene zu dem entsprechenden Zeitpunkt unter Demokratie verstehen. In den letzten Jahren sind Kampagnen wie Mitbestimmung von Kindern stark in den Fokus von Erziehungsmodellen gerückt. Auch sind diese politisch in Gesetzen aufgenommen worden.

Trotzdem können derartige Initiativen eher nur Leitbild sein und Orientierung vermitteln. Es bleibt immer die Abhängigkeit der schwächeren Person, des Kindes, gegenüber Erwachsenen, wie Eltern, Lehrer*innen etc. im Detail.

Diesen Details gilt in der Arbeit von InKuD besondere Aufmerksamkeit.

Wie sind die Persönlichkeitsrechte von Kindern in ihren jeweiligen Lebensphasen in Familien und Institutionen umgesetzt? Welche Impulse erfahren sie in unserer zunehmend multikulturell zusammengesetzten Gesellschaft? Welche Plattformen gilt es zu nutzen oder ggfls. zu entwickeln, um positive Entwicklungen zu fördern und für die Entwicklung der Kinder problematische Faktoren zu bemerken und zu thematisieren?

Demokratie, also ein Wertepluralismus basierend auf Respekt, Vielfalt und Meinungsfreiheit, ist niemals nur ein eigenes, sondern vor allem auch ein anderen zugebilligtes Recht. Die Basis für ein friedliches Zusammenleben als Erwachsene beginnt also in der Kindheit – bei Menschen, die noch zu klein sind, um diese Erfahrungen für sich selbst allein zu erstreiten. Es liegt folglich an uns, stets aufs Neue zu reflektieren, wie sie den späteren Erwachsenen zukommen können und müssen.